Bei der Vorbereitung auf ein bevorstehendes Online-Meeting spüre ich ein Unbehagen bei dem Gedanken, vor den Teilnehmenden meinen Beitrag zu präsentieren.
Als ich diesem Unbehagen mithilfe der TPM-Fragen nachspüre, kommt mir eine Kindheitserinnerung in den Sinn: Ich sollte ein Gedicht aufsagen und war gut vorbereitet, aber als ich vor den Anwesenden stehe, bleibe ich stecken.
Es war für mich sehr peinlich und beschämend und es tauchen Überzeugungen auf, die ich in dieser Situation abgespeichert habe: Ich entspreche nicht den Erwartungen. Ich müsste es eigentlich können, „bringe“ es aber nicht. Ich bin nicht so gut oder klug, wie es von mir zu erwarten wäre.
Im weiteren TPM-Prozess kristallisiert sich die Kernüberzeugung heraus: „Ich bin mangelhaft, unzulänglich, etwas fehlt mir, sodass ich nicht erfüllen kann, was von mir erwartet wird.“
Als ich diese Überzeugung Jesus hinhalte, versichert er mir neu, dass er mich je und je geliebt hat und mich nicht als mangelhaft ansieht, sondern mich begabt hat und sich freut, wie ich diese Begabungen entfalte. Er sagt mir auch, dass die Beteiligten damals ihre Motive hatten und dass sie es waren, die mich in diese Situation brachten. Von ihm kam das nicht!
Die Aussage, dass die damalige Situation von Menschen herbeigeführt wurde und nicht von ihm kam, bewirkt eine starke Veränderung in meiner Lebenseinstellung, die ich seither im Alltag spüre: Andere können Erwartungen an mich stellen, aber die Autorität dazu haben nicht sie, sondern Jesus. Und was er von mir möchte, das kann ich mit seiner Hilfe auch erfüllen. Dies im Herzen zu spüren, ist so befreiend!
Nachtrag:
Einige Wochen später gegen Ende einer Konferenz, in der ich mehrmals vor anderen zu sprechen hatte, wird mir auf einmal bewusst, dass ich diese Konferenz völlig anders erlebe als früher. Ich bin „tiefenentspannt“ und kann meine Aufgaben im Vertrauen auf Jesus ganz leicht und ohne das geringste Unbehagen erfüllen. Es ist so ein Unterschied! Marita